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Entfernungspauschale bzw. Pendlerpauschale

Artikel vom: 18.04.07

 

Neuregelung ab 2007

Ab dem 1.1.2007 können die Kosten für die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte nicht mehr in der gleichen Form wie bisher als Betriebsausgaben und Werbungskosten abgesetzt werden. Grund dafür ist das „Werkstorprinzip“, dem zufolge die Strecke von der Wohnung bis zum Werkstor dem Privatbereich zuzurechnen ist. Ausnahme bilden besondere Härtefälle.

Hierzu einige wichtige Punkte zur Neuregelung ab 2007:

  • Nicht betroffen von der Neuregelung sind Dienstreisen oder Familienheimfahrten, wenn doppelte Haushaltsführung vorliegt.
  • Ebenso nicht betroffen sind Behinderte mit einem Grad der Behinderung ab 70 % oder Behinderte, denen neben einem Behinderungsgrad von mindestens 50 % zugleich eine Gehbehinderung bescheinigt ist. Sie können die tatsächlichen Kosten nach wie vor geltend machen.
  • Ab dem 21. Kilometer können 0,30 Euro für jeden zusätzlichen Kilometer als Entfernungspauschale geltend gemacht werden; die Obergrenze beträgt 4.500 Euro. Diese Grenze fällt weg, wenn das eigene Auto genutzt wird oder ein vom Arbeitgeber überlassenes Kraftfahrzeug.
  • In folgenden Fällen müssen gesonderte Berechnungen angestellt werden: Fahrgemeinschaften, mehrere Dienstverhältnisse, Nutzung verschiedener Verkehrsmittel. Sollte ein Flugzeug genutzt werden, können die tatsächlichen Kosten angerechnet werden.
  • Was grundsätzlich nicht mehr abgezogen werden kann, sind etwaige Parkgebühren (wenn das Auto während der Arbeitszeit geparkt wird), Unfallkosten, Finanzierungskosten etc., Kosten also, die auf den Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz entstehen.
  • Auch im Falle einer Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel können die tatsächlichen Kosten, die früher noch geltend gemacht werden konnten, seit dem 1.1.2007 nicht mehr abgezogen werden.
  • Auf die geltend gemachte Entfernungspauschale sind jene Leistungen anzurechnen, die steuerfrei sind oder vom Arbeitgeber pauschal versteuert werden. Dazu gehören beispielsweise Benzingutscheine, die man vom Arbeitgeber erhält.

Anmerkung: Die Neuregelung und Kürzung der Entfernungspauschale wird gegenwärtig mehrfach vor dem Finanzgericht verhandelt. Eine endgültige Entscheidung ist erst in einigen Jahren zu erwarten, wenn von Seiten des Bundesverfassungsgerichts ein endgültiges Urteil vorgelegt wird. Deswegen ist es ratsam, die Kosten wie bis dato geltend zu machen und gegen die Ablehnungsbescheide Einspruch zu erheben.